Bava Metzia 126

Kapitel 126

א מה לי הן ומה לי דמיהן אמרינן מה לי דמיהן ומה לי הן נמי אמרינן ופוסקין על שער שבשוק ואע"פ שאין לו
1 es sei einerlei, ob die [Früchte] selbst oder ihren Kaufpreis, so sagen wir auch, es sei einerlei ob ihren Kaufpreis oder die [Früchte] selbst; man darf also auf den Marktpreis ein Lieferungsgeschäft abschließen, auch wenn [der Verkäufer] keine [Früchte]besitzt.
ב איתיביה רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע לרבא כולם אם יש לו מותר אם אין לו אסור אמר להו התם הלואה הכא זביני
2 R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandten gegen Raba ein: Dies ist, wenn er sie alle besitzt, erlaubt, wenn aber nicht, verboten!? Dieser erwiderte: Da ist es ein Darlehen, hierbei aber ein Kauf.
ג רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו מאי טעמא אמרו רבנן פוסקין על שער שבשוק ואע"פ שאין לו דאמר ליה שקילא טיבותיך ושדייא אחיזרי מאי אהנית לי אי הוו לי זוזי בידי הוה מזבנינא בהיני ובשילי בזולא
3 Rabba und R. Joseph sagten beide: Die Rabbanan sagten deshalb, man dürfe auf den Marktpreis ein Lieferungsgeschäft abschließen, auch wenn er keine [Früchte] besitzt, weil [der Käufer] zu ihm sagen kann: deine Gefälligkeit ist auf Dornen geworfen; ich habe nichts von dir, denn wenn ich Geld in der Hand hätte, würde ich auch in Hini und Šilibillig gekauft haben.
ד אמר ליה אביי לרב יוסף אלא מעתה מותר ללות סאה בסאה משום דמצי א"ל שקילא טיבותיך ושדייא אחיזרי דאמר ליה חטי דקדחי באכלבאי א"ל התם הלואה הכא זביני
4 Abajje sprach zu R. Joseph: Demnach darf man auch eine Seá gegen eine Seáborgen, weil er zu ihm sagen kann: deine Gefälligkeit ist auf Dornen geworfen, würde denn mein Weizen im Speicher gekeimthaben!? Dieser erwiderte: Da ist es ein Darlehen, hierbei aber ein Kauf.
ה אמר ליה אדא בר אבא לרבא והא בעי למיתב זוזי לספסירא א"ל דקא יהיב ליה נמי רב אשי אמר זוזי דאינשי אינהו עבדי ליה ספסירותיה:
5 R. Ada b. Ababa sprach zu Raba: Er müßte ja dem Vermittler Provisionzahlen!? Dieser erwiderte: Er hat sie ihm zu geben. R. Aši erwiderte: Das Geld eines Menschen besorgt ihm die Vermittlung.
ו רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו האי מאן דיהיב זוזי אתרעא חריפא צריך לאתחזויי לבי דרי
6 Rabba und R. Joseph sagten beide: Wenn jemand Geld auf den ersten Marktpreiszahlt, so muß er in der Tenneerscheinen. –
ז למאי אי למקנא הא לא קני אי לקבולי עליה מי שפרע כי לא מיתחזי נמי מקבל עליה מי שפרע
7 Wozu, wenn um dadurch zu eignen, so eignet er ja nicht, und wenn um mit dem Fluche belegtzu werden, so wird er ja mit dem Fluche belegt, auch wenn er da nichterscheint!? –
ח לעולם לקבולי עליה מי שפרע ומאן דיהיב זוזי אתרעא [חריפא] לבי תרי תלתא יהיב אי מיתחזי ליה סמכא דעתיה ואי לא אמר ליה אמינא דאשכחת פירי דשפירי מדידי ושקלת
8 Tatsächlich um mit dem Fluche belegt zu werden, denn wenn jemand Geld auf den ersten Marktpreis zahlt, zahlt er es an zwei oder drei Personen; wenn er da erscheint, so verläßt [der Verkäufer] sich darauf, wenn aber nicht, so kann er sagen: ich dachte, du hast schönere Früchte als meine gefunden und diese genommen.
ט אמר רב אשי השתא דאמרת משום מסמך דעתא אפילו אשכחיה בשוקא וא"ל סמכא דעתיה:
9 R. Aši sagte: Da du nun erklärst, weil er sich dann auf ihn verläßt, so gilt dies auch von dem Falle, wenn er ihn auf der Straße trifft und zu ihm sagt, er verlasse sich darauf.
י אמר רב נחמן כללא דרביתא כל אגר נטר ליה אסור ואמר רב נחמן האי מאן דיהיב זוזי לקיראה וקא אזלי ד' ד' וא"ל יהיבנא לך ה' ה' איתנהו גביה שרי ליתנהו גביה אסור
10 R. Naḥman sagte: Die Regel heim Wucher ist: wenn es eine Belohnung für das Warten ist, so ist es verboten. Ferner sagte R. Naḥman: Wenn jemand einem Wachshändler Geld gibt, und [das Wachs] zu vierverkauft wird, und dieser zu ihm sagt: ich gebe dir fünf, so ist dies, wenn er es besitzt, erlaubt, und wenn er es nicht besitzt, verboten. –
יא פשיטא לא צריכא דאית ליה אשראי במתא מהו דתימא כיון דאית ליה אשראי במתא כעד שיבא בני או עד שאמצא מפתח דמי קמ"ל כיון דמחסרי גוביינא כמאן דליתנהו דמי:
11 Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn [der Verkäufer] Lieferantenin der Stadt hat; man könnte glauben, da er solches in der Stadt zu erhalten hat, sei dies ebenso, als würde jemand gesagt haben: bis mein Sohn kommt, oder: ich den Schlüssel finde, so lehrt er uns, daß es, da er es noch nicht eingefordert hat, ebenso ist, als hätte er keines.
יב ואמר רב נחמן האי מאן דאוזיף פשיטי מחבריה ואשכח ביה טופיינא אי בכדי שהדעת טועה מיחייב לאהדוריה ליה ואי לאו מתנה בעלמא הוא דיהיב ליה
12 Ferner sagte R. Naḥman: Wer von seinem Nächsten Münzen geborgt hat und mehr findet, muß, wenn es ein Betrag ist, um den man irren kann, sie ihm zurückgeben, wenn aber nicht, so hat er ihm ein Geschenk gemacht. –
יג היכי דמי בכדי שהדעת טועה אמר רב אחא בריה דרב יוסף
13 Welcher heißt ein Betrag, um den man irren kann? R. Aḥa, Sohn des R. Joseph, erwiderte: